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Samstag, 19. Mai 2012
Besuch aus Israel


Das Projekt "Anne Frank"


Im Schuljahr 2004/2005 führten die Klassen 6b und 6c mit ihren Klassenlehrerinnen Frau Leppin und mir, Frau Drewe, ein Projekt zum Leben der Anne Frank durch. Anregungen und viel Unterstützung erhielten wir von den Gründerinnen der „Berliner Leseratten“, Frau Murke und Frau Bruckmann. Außerdem bekamen wir eine Bücherspende, die im Bestand der Schule bleibt. Hierfür möchten wir uns bedanken! 

Neben der Beschäftigung mit dem Tagebuch der Anne Frank, der Auseinandersetzung mit der Zeit, in der sie lebte, und der Besichtigung des Anne-Frank-Hauses hatte die Klasse 6c Besuch von Frau Zilberkweit. Sie ist ein Mitglied der „Jüdischen Gemeinde“ und informierte uns sehr anschaulich und ausführlich über die jüdischen Feiertage und Traditionen. 

Überraschender Besuch


Die Ergebnisse des Anne-Frank-Projektes präsentierten die beiden Klassen im Fenster des Eingangsbereiches unserer Schule. Das bescherte den Schülerinnen und Schülern der Klasse 6c und auch mir ein äußerst bewegendes Zusammentreffen: Ein Ehepaar aus Israel, das zu Besuch in Berlin weilte, wurde zufällig auf unser Schaufenster aufmerksam. 

Da sie das dargestellte Thema und insbesondere dessen Aufarbeitung durch die Schüler sehr stark berührte, wollte das Ehepaar Oberhand gern die Kinder und Lehrer kennen lernen, die das Schaufenster gestaltet hatten. 

Zeitzeugen erzählen

So bekamen die Kinder der Klasse 6c und auch ich die Gelegenheit, mit zwei Menschen zu sprechen, deren Familien in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und zum Teil sogar ermordet wurden. Herr Oberhand erzählte vom Judentum, von der Entstehung des Staates Israel und auch von dem positiven Verhältnis, das sich zwischen dem deutschen und dem israelischen Staat entwickelt hat. 

Und er erzählte uns eine wahre Geschichte, die uns alle sehr berührte. So erfuhren wir, dass Frau Oberhands Onkel seine kleine dreijährige Tochter in einem polnischen Dorf versteckt hatte, kurz bevor er ins Konzentrationslager verschleppt wurde. Dort wurde er ermordet. Somit verlor sich jede Spur zu dem kleinen Mädchen. Erst Anfang der neunziger Jahre fanden die Oberhands ihre Verwandte, die inzwischen schon eine ältere Dame war, wieder…. 

Das sind Geschichten, die das Leben schreibt und die hoffentlich nie, nie wieder vorkommen werden! Sehr herzlich und mit der Beteuerung, dass wir Kontakt halten werden, verabschiedeten wir uns voneinander.
 

Frau Drewe
(2004/2005)


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