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Dienstag, 11. Dezember 2018
"Kinder brauchen ein eigenes Radioprogramm"
ted_uk_klein27.09.2007 - Uly Köhler hat gemeinsam mit seinem Freund Uwe Schneider den ersten Kinder-Radiosender Europas gegründet. Viele der rund 700.000 Kinder im Sendegebiet in und um Berlin kennen und lieben Radio TEDDY. KO will es genau wissen und fragt dem Geschäftsführer „Löcher in den Bauch“.








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Uly Köhler stellt sich den Fragen von KO.

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Vier KO-Redakteure interviewen abwechselnd.

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Das war ein super Gespräch!
KO: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Kinderradio zu machen?

Köhler: Die Idee hatte ich vor zwölf Jahren mit meinem Freund Uwe Schneider, denn wir stellten fest, dass im Radio nichts für Kinder gemacht wird. Ich dachten uns, damit muss Schluss sein: Kinder brauchen ein eigenes Radioprogramm.

KO:
Wie haben Sie die Moderatoren bekommen?

Köhler: Von den Moderatoren, die wir heute bei Radio TEDDY beschäftigen, sind viele selbst auf uns zugekommen. Sie hatten z.B. vom Start von Radio TEDDY in der Zeitung gelesen und sich gesagt: „Das ist eine ganz tolle Idee, wir wollten schon immer etwas für Kinder machen." Einige, wie den Geschichtenbären Tom Tom, kannte ich auch schon aus alten Radiotagen, weil ich mit ihnen in Berlin bei Radio 100,6 zusammengearbeitet habe.

KO: Welche Bedingungen muss ein/e Moderator/in erfüllen, um bei Radio TEDDY arbeiten zu können?

Köhler: Ein Moderator muss immer fröhlich und gut gelaunt sein, weil man auch im Radio feststellen kann, ob jemand gut oder schlecht gelaunt ist. Denn der Moderator soll den Kindern natürlich Freude bereiten. Außerdem müssen die Moderatoren Spaß an der Arbeit und tolle, kreative Ideen haben.

KO: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, das Radio-TEDDY-Studio im Filmpark Babelsberg zu errichten?

Köhler: Der Chef vom Filmpark Babelsberg ist ein guter Freund von mir und dem habe ich erzählt, dass ich ein Kinderradio machen möchte. Er schlug mir vor, das Radio-TEDDY-Studio im Filmpark Babelsberg zu bauen, damit uns jeder besuchen kann. Da habe ich gesagt: Ideal, das machen wir.

KO: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, verschiedene Programme zu machen?

Köhler: Das kommt ganz einfach daher, dass sich Radio TEDDY vor allem an Kinder richtet. Mit den Programmen wollen wir 3- bis 12-Jährige ansprechen und die haben natürlich sehr unterschiedliche Interessen. Morgens unterhalten wir die ganze Familie zum Beispiel mit Nachrichten und Wetterbericht. Ab 9.00 Uhr sind die Großen in der Schule und deshalb spielen wir eher Musik für jüngere Kinder. Ab 13.00 Uhr kommen die Größeren gerade aus der Schule und können TEDDY Cool hören. Ab 18.00 Uhr gibt es Einschlafgeschichten für die Kleineren. Und ab 20.00 Uhr, wenn - im Idealfall - alle Kinder im Bett liegen sollten, bieten wir Informationssendungen für Erwachsene an, denen das Wohl von Kindern am Herzen liegt.



KO: Warum heißt der Sender Radio TEDDY?
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Köhler: Der Sender heißt Radio TEDDY, weil fast jedes Kind als erstes Kuscheltier einen Teddy bekommt. Und so einen Bären schmeißt man nicht weg, man hat ihn noch lange bei sich. Daher weiß bei Radio TEDDY jeder gleich Bescheid: Das ist etwas für Kinder. Zur Auswahl gab es auch noch Radio-lino, am Ende haben wir uns aber für Radio TEDDY entschieden.

KO: Haben Sie Kinder?

Köhler: Ich habe keine Kinder, aber ich bin ein ganz aktiver Onkel. Mein kleiner Bruder hat zwei Kinder, und das sind sozusagen meine Ersatzkinder.

KO: Moderieren Sie selber?                                                                                                 
Das TEDDY-Maskottchen.
Köhler: Ich habe bis zum Start von Radio TEDDY sehr viel moderiert. Hier helfe ich manchmal aus,
aber ansonsten sollen die Moderatoren selber ihre Sendung moderieren. Eigentlich sitze ich am Schreibtisch und überlege, was man im Programm noch alles machen kann.

KO: Hören Sie zu Hause selbst Radio TEDDY?

Köhler: Ja, ich höre wirklich abends, wenn ich nach Hause komme, Radio TEDDY - zum einen, um zu überprüfen, ob technisch alles läuft, aber zum anderen einfach auch, weil mir das Programm Spaß macht.

KO: Sind Sie mit den Einschaltquoten zufrieden?

Köhler: Also die Einschaltquoten sind noch gar nicht ermittelt, die werden 2007 das erste Mal bekannt gegeben. Aber wir haben schon eine Tendenz und sind mit dem Erfolg der letzten 1,5 Jahre sehr zufrieden.

KO: Warum werden die Lieder oft nicht zu Ende gespielt?

Köhler: Bei uns werden die Lieder nicht zu Ende gespielt? Normalerweise gibt es die Regel, dass alle Lieder zu Ende gespielt werden. Nur an einem Punkt geht das nicht immer und zwar beim letzten Lied in der Stunde. Denn das liegt direkt vor den Nachrichten und die sollen immer pünktlich kommen. Aber eigentlich wollen wir alle Lieder ausspielen, weil wir wissen, dass viele Kinder traurig sind, wenn ihr Lieblingslied vorzeitig ausgeblendet wird.

KO: Was waren Ihre größten Anfangsprobleme?

Köhler: Das größte klassische Problem war eigentlich, dass uns die Zeit davonlief. Es wurde noch gebaut, die Gespräche mit dem Moderatoren dauerten noch an, es musste eine große Eröffnungsparty geplant werden und es war klar: Am 6. August 2005 um 11.00 Uhr sollte es das erste Mal auf Sendung gehen. Da war wirklich wahnsinnig viel zu tun. Aber es hat alles super geklappt!

KO: Gibt es in anderen Bundesländern auch ein Kinderradio ?

Köhler: Es gibt in ganz Europa kein anderes Kinderradio.

KO: Welche Pläne haben Sie für die Zukunft von Radio TEDDY?

Köhler: Also, Kinder sind überall Kinder. Momentan ist Radio TEDDY über UKW in Berlin und Brandenburg zu hören und über Astra Digital auch europaweit. Wir möchten aber in weiteren Bundesländer auch über UKW ausstrahlen, damit wir dort zum Beispiel auch über Autoradio zu empfangen sind. Daher laufen zur Zeit mehrere Anträge, zum Beispiel für Rheinland-Pfalz und den Großraum Hannover in Niedersachsen.

KO: Vielen Dank für das interessante Interview!

Bericht über den Besuch bei Radio TEDDY >>weiter
Interview mit der Volotärin Patricia >>weiter

Jana (5c)
Helmine (5c)
Finia (5d)
Heiko (6b)
(2007/2008)
Fotos: Søren Müller

 
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